Decarboxylierung

So gelangen die Wirkstoffe aus der Pflanze

Die Wirkstoffe der Hanfpflanze (sog. Cannabinoide) sitzen hauptsächlich in den Blüten der Hanfpflanze fest. Es reicht allerdings nicht aus, die Blüten zu essen um die Wirkstoffe effizient im Körper aufzunehmen.

Die Cannabinoide müssen erst verseift (decarboxyliert) werden. Dies kann durch Erhitzung oder mit Hilfe eines anderen chemischen Verfahrens erreicht werdenHier erfahren Sie welche Möglichkeiten sich in Ihrem Haushalt bietet um die ganze Kraft der Cannabispflanze zu erfahren:





Chemischer Vorgang

Cannabinoide sind chemischen Verbindungen, die sich an unser Endocannabinoid System andocken und dort ihre Wirkung entfalten können.

In den Blüten der Hanfpflanze kommen diese Verbindungen ausschliesslich als Carboxylsäuren (THCA, CBDA...) vor. Diese werden vom Körper ungenutzt ausgeschieden. Es sei denn, man spaltet ein Kohlenstoffmolekül ab, wobei diese Verbindungen nun basisch werden und sich optimal an die CB1- und CB2-Rezeptoren unseres Körpers andocken können. 

Inhalieren

Rauchen: In vielen Kulturen, die sich Heilkräuter zu Nutze machten, wurde das getrocknete Pflanzenmaterial in Pfeifen geraucht. Zu sehen in zahlreichen historischen Überlieferungen.

Auch heute ist die gängigste Form für den Konsum von Hanf das Rauchen (Kiffen). Egal ob in einem Joint, mit einem Bong (Wasserpfeife) oder einem Shillum (gewöhnliche Pfeife).


Fazit: Beim Verbrennen werden unkontrolliert Temperaturen bis zu 1000 °C freigesetzt. Dadurch werden auch unerwünschte Schadstoffe, die bei der Verbrennung entstehen freigesetzt.

Zudem wird oft Tabak zum verfeinern beigemischt um das Kratzen während des Rauchens zu minimieren – was zu einer Nikotinsucht führen kann.



Beim Vaporisieren kommt das getrocknete Pflanzenmaterial nicht mit dem Feuer in Kontakt. Der Vorteil: Die Temperaturen können grösstenteils kontrolliert werden und Schadstoffe, die bei einer Verbrennung anfallen, werden nur in geringen Mengen freigesetzt.

Die heutige Technik erlaubt es, effizient Temperaturen bis zu 300°C zu erzeugen. Dies sogar in Geräten, die in die Hosentasche passen.



Vorteil: Es ist die häufigste, schnellste und effizienteste Methode, da die Wirkstoffe über die Lunge am schnellsten in den Körper gelangen. 15% – 25% der Wirkstoffe können bei dieser Methode verwertet werden.

Nachteil: Die Wirkung ist nach ca. 3 Stunden bereits verflogen und durch die Verbrennung können zudem Schadstoffe vom Körper aufgenommen werden.






Essen/Trinken

Tee: Die Zubereitung von Hanf-/Kräuterextrakten als Tee hat zwei grosse Nachteile:


  1. Die Temperatur ist zu gering um den Wirkstoff im Pflanzenmaterial zu lösen.

  2. Die gelösten Wirkstoffe können sich im Wasser nicht binden und werden vom Körper grösstenteils ungenutzt ausgeschieden.

Um dem entgegenzuwirken empfehlen wir 2 zusätzliche Arbeitsschritte für eine effiziente Entfaltung der Wirkung:


  1. Erhitzen Sie das Pflanzengut für 10 Minuten in einem vorgeheizten Backofen bei 140°C.

  2. Fügen Sie den Tee eine fetthaltige Substanz hinzu: Milch/Rahm oder Kokosfett.


Backen/Kochen: Auch hier braucht es einen Schritt mehr um eine Wirkung optimal entfalten zu können. Als Ausgangsprodukt für viele schmackhafte Gerichte und Backwaren dient Hanfbutter.


Vorteil: Die Wirkung über die Verdauungsorgane kann bis zu 8 Stunden anhalten und ist besonders bei Personen, die Cannabis nicht inhalieren möchten, sehr beliebt.

Nachteil: Es kann bis zu 3 Stunden dauern, bis die Wirkung einsetzt. Es erfordert etwas Geduld, sich an die geeignete Menge heranzutasten. (Zuerst wenig einnehmen und nach 2 Stunden weitere Portionen zuführen). Die Effizienz bei der oralen Anwendung liegt mit 5% - 15% deutlich tiefer als beim Inhalieren.




Temperaturen

In dieser Tabelle finden Sie die optimale Temperatur bei denen sich die verschiedenen Cannabinoide extrahieren lassen.

Diese Tabelle eignet sich auch als Richtwerte beim Einstellen der optimalen Temperatur an einem Vaporizer.


CannabinoidTemperatur
THC157°
CBD160° - 180°
CBN185°
CBC, CBG, THCV220°

Quellenverweis:

https://www.naturheilkunde-krebs.de/